Solidarische Landwirtschaft

Zutaten für den Wandel - Philipp Striegler, Fairbindung e.V.

Lokale Beiträge zu einer Erde im Gleichgewicht

Seit September 2019 rollt jeden Samstagvormittag der große gelbe Laster des 35 km entfernten landwirtschaftlichen Betriebes vor die Tür unseres Lagerraumes – „unsere gemeinsame Speisekammer“. Die Lieferung umfasst frisches, saisonales Gemüse, Milch und allerlei Milchprodukte.

Wir, die sich eine Speisekammer in Selbstorganisation teilen, sind eine Gruppe von Menschen aus Blankenese und Umgebung, die über das Zukunftsforum Blankenese zusammengefunden haben.

Uns verbindet der Wunsch, ökologisch angebaute Lebensmittel aus der Region zu beziehen und dabei eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen sowie klimafreundliche Versorgungswege aufzubauen, Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Der mit uns kooperierende Hof heißt der Kattendorfer Hof und arbeitet nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft.

Was ist solidarische Landwirtschaft (Solawi)?

Ein Hof versorgt eine Gruppe von Menschen mit Lebensmitteln. Diese Gruppe finanziert über einen festen monatlichen Beitrag die landwirtschaftliche Tätigkeit – nicht die Lebensmittel - und bekommt im Gegenzug einen Anteil der auf dem Hof produzierten Lebensmittel – sogenannte Ernteanteile.

Gut für Verbraucher*innen

Solawi-Mitglieder bekommen frische, saisonale und regionale Lebensmittel direkt vom Hof in den Stadtteil geliefert und können, wenn sie Zeit und Lust haben, in der Landwirtschaft mithelfen. Das bedeutet Transparenz und Ernährungsbildung: Die Mitglieder lernen, wie, wo und von wem die Lebensmittel erzeugt und die Tiere gehalten werden.

Gut für die Landwirtschaft

Durch ihre Mitglieder erhalten Solawi-Betriebe Planungssicherheit und können unabhängig von Marktzwängen wirtschaften. Das ermöglicht beispielsweise den Anbau von samenfesten Sorten, die Förderung der Bodenfruchtbarkeit, eine tiergerechtere Haltung und die Verwertung von Produkten, die sonst aufgrund von Marktnormen im Müll landen würden.

Gut für Landwirt*innen

Durch die Planungssicherheit und Marktunabhängigkeit einer Solawi erhalten Landwirt*innen ein gesichertes Einkommen und einen größeren Gestaltungsspielraum in ihrer Arbeit. Sie können wirtschaften, ohne sich selbst und die Natur auszubeuten.

Gut für die Umwelt

Da in der Solidarischen Landwirtschaft für eine feste Zahl von Abnehmer*innen in der Region produziert wird, verkürzen sich Transportwege und es müssen weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Auch der Verpackungsmüll wird stark reduziert.

Gut für die Region

Solawi bedeutet bäuerliche, vielfältige und von einer Gemeinschaft getragene Landwirtschaft. Das ist gut für die nachhaltige Entwicklung einer Region. Solawi sorgt für lokale Wertschöpfung, schont die Umwelt und bringt Menschen in Stadt und Land zusammen