Mobilitätskonzept für Blankenese
"Entwicklung des Mobilitätskonzeptes Blankenese"
Die Aufwertung des Blankeneser Marktplatzes, zusammen mit dem Neubau des Markthäuschens, ist erfreulicherweise abgeschlossen. Die Arbeit ist damit aber noch nicht zu Ende, denn darauf aufbauend soll nun ein Mobilitätskonzept für Blankenese erarbeitet werden. Bei der Entwicklung dieses Konzepts soll die Bevölkerung repräsentativ - mit Hilfe des losbasierten „Blankeneser Bürgerforums“ - eingebunden werden.
Geplant ist, mit Hilfe eines befristeten Bürgerrates ein Konzept mit mehreren Szenarien für die zukünftige Mobilität in Blankenese zu entwickeln. Die Herausforderung bei der Entwicklung eines solchen Mobilitätskonzeptes besteht darin, die Bedürfnisse der unterschiedlichen Bewohner- und Besuchergruppen zu klären. Welche Wege und Verkehrsmittel werden benötigt, welche Barrieren und Probleme gibt es und wie kann nachhaltige Mobilität gefördert werden? Und das völlig ergebnisoffen - ohne ideologische Vorgaben.
Was verstehen wir unter Mobilität?
Unter Mobilität verstehen wir hier die räumliche Mobilität. Dies ist umfassender als der 'Verkehr', der nur die Verkehrsströme auf den Wegen betrifft. Mobilität bezieht sich auf die Bewegung von Menschen, Gütern oder Fahrzeugen von einem Ort zum anderen, bei der die Erreichbarkeit der entsprechenden Ziele und Funktionen eine entscheidende Rolle spielen. Von daher wird es wichtig sein, die Bedürfnisse die Mobilität verursacht, zu identifizieren und daraus ein Konzept zu entwickeln.
Warum ein losbasiertes Blankeneser Bürgerforum?
Das Blankeneser Bürgerforum soll die Idee einer Demokratie fördern, und in der Diskussion und Beratung einen wichtigen Platz einnehmen. Die Stadtteile spielen dafür eine wortwörtlich fundamentale Rolle. Dort sind die Einwohnerinnen und Einwohner die Erfahrungsexperten und können durch die kurzen Wege vor Ort, ihre Zeit für diese ehrenamtliche Tätigkeit effektiv einsetzen. Die Teilnahme an dem Bürgerforum ist freiwillig.
Wie setzt sich das Blankeneser Bürgerforum zusammen?
Das Gremium setzt sich aus Bewohnerinnen und Bewohner von Blankenese und den umliegenden Stadtteilen zusammen. Aus Blankenese werden 2/3 der Mitglieder kommen und 1/3 aus den umliegenden Stadtteilen. Dieses 2:1 Verhältnis versucht der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Empfehlungen an erster Stelle Blankenese selbst, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Stadtteile betreffen, die in Blankenese arbeiten, einkaufen, Dienstleistungen in Anspruch nehmen, Freunde und Familie besuchen oder einfach gerne in Blankenese verweilen.
Der aktuelle Stand:
Zur weiteren Entwicklung des Blankeneser Ortskerns bereitete das Zukunftsforum gemeinsam mit dem Arbeitskreis Blankenese und dem Verein Blankenese Miteinander e.V. im Jahr 2023 ein Projekt "Zukünftige Mobilitätsentwicklung in Blankenese" vor, in dem ein langfristiges Konzept zur Gestaltung der zukünftigen Mobilität in Blankenese entwickelt werden sollte. An diesem sollten sich alle konkreten Gestaltungs- und Baumaßnahmen in Blankenese zukünftig orientieren können. Das Besondere: erstmals sollte dabei das in Hamburg neu geschaffene Gesetz zur Bildung von Bürgerräten zur Klärung gemeinsamer Zukunftsfragen in den Stadtteilen genutzt werden.
Am 25. Januar 2024 hat die Bezirksversammlung Altona dem Antrag des Bezirksamtes zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung rund um den Blankeneser Ortskern - Blankeneser Bürgerrat - zugestimmt. Der Bezirk hatte den entsprechenden Dienstleister “Tollerort” im 2025 gewählt und beauftragt, den formalen Bürgerrat Prozesses durchzuführen. Die Besetzung des Bürgerrates sollte losbasiert aus Bewohnerinnen und Bewohnern Blankeneses sowie der umliegenden Stadtteile erfolgen. Daneben sollte es öffentliche Informationsveranstaltungen zum Thema geben. In öffentlichen Workshops sollten verschiedene Szenarien möglicher Mobilitätskonzepte entwickelt werden und daraus von Arbeitskreis und Bürgerrat Empfehlungen für die Bezirksversammlung erarbeitet werden. Zusätzlich sollte eine Umfrage vom Zukunftsforum Blankenese, die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse der Bewohner, Beschäftigten und Besucher z.B. an das soziale Leben, die Ausbildung, die Freizeitgestaltung und ihre Berufstätigkeit erheben.
Das Projekt soll im Februar 2026 starten. Wir sind enttäuscht, dass dies trotz unserer langen und intensiven Bemühungen und Angebote ohne die Einbeziehung lokaler Organisationen oder der Öffentlichkeit geschehen soll. Es ist zwar ein losbasierter Bürgerrat vorgesehen, jedoch keine Vortragsreihe, öffentliche Workshops oder Umfrage. Dies kann nicht nur der Qualität des Ergebnisses, sondern auch der Akzeptanz durch die Menschen und Unternehmen vor Ort schaden. Wir suchen daher weiter das Gespräch mit dem Bezirk und drängen auf eine entsprechende Ergänzung des Konzeptes und besonders umsichtige Kommunikation der Ergebnisse. Der bereits gewählte Bürgerrat hat drei Termine Zeit, um seine Empfehlungen auszuarbeiten.
Als Initiatoren des Projekts, die nicht an der Durchsetzung desselben beteiligt waren, erhoffen wir uns die besten Ergebnisse. Wir bedauern jedoch die fehlende Zusammenarbeit mit dem Bezirk und Tollerort sowie die Durchsetzung des Projekts in dieser Form. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse der Prozess bringen wird und ob noch genügend Diskussionszeit und Einbindung von Experten ermöglicht wird. Wir werden dies weiter kritisch und konstruktiv begleiten.