Mobilitätskonzept für Blankenese - Wie wollen wir zukünftig unterwegs sein?

Hintergründe und aktueller Stand

Hintergründe

Zur weiteren Entwicklung des Blankeneser Ortskerns bereitete das Zukunftsforum gemeinsam mit dem Arbeitskreis Blankenese und dem Verein Blankenese Miteinander e.V. im Jahr 2023 ein Projekt "Zukünftige Mobilitätsentwicklung in Blankenese" vor, in dem ein langfristiges Konzept zur Gestaltung der zukünftigen Mobilität in Blankenese entwickelt werden sollte. An diesem sollten sich alle konkreten Gestaltungs- und Baumaßnahmen in Blankenese zukünftig orientieren können. Das Besondere: erstmals sollte dabei das in Hamburg neu geschaffene Gesetz zur Bildung von Bürgerräten zur Klärung gemeinsamer Zukunftsfragen in den Stadtteilen genutzt werden.

Am 25. Januar 2024 hat die Bezirksversammlung Altona dem Antrag des Bezirksamtes zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung rund um den Blankeneser Ortskern - Blankeneser Bürgerrat - zugestimmt. Der Bezirk hatte den entsprechenden Dienstleister “Tollerort” im 2025 gewählt und beauftragt, den formalen Bürgerrat Prozesses durchzuführen. Die Besetzung des Bürgerrates sollte losbasiert aus Bewohnerinnen und Bewohnern Blankeneses sowie der umliegenden Stadtteile erfolgen. Daneben sollte es öffentliche Informationsveranstaltungen zum Thema geben. In öffentlichen Workshops sollten verschiedene Szenarien möglicher Mobilitätskonzepte entwickelt werden und daraus von Arbeitskreis und Bürgerrat Empfehlungen für die Bezirksversammlung erarbeitet werden. Zusätzlich sollte eine Umfrage vom Zukunftsforum Blankenese, die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse der Bewohner, Beschäftigten und Besucher z.B. an das soziale Leben, die Ausbildung, die Freizeitgestaltung und ihre Berufstätigkeit erheben.

Im Februar 2026 wurde der Bürgerrat durchgeführt. Der Bürgerrat bestand auf 24 Personen aus Blankenese und Umgebung und hatte drei Termine Zeit, um seine Empfehlungen auszuarbeiten. Der Bürgerrat hat eine Liste mit Zielen und Maßnahmen erarbeitet, mit denen sich die Mobilität im Ortskern verbessern lässt. Die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgt am 1. Juni im Rahmen der Sitzung des Verkehrausschusses.

Der aktuelle Stand:

Die Ergebnisse des Bürgerrats werden am 1.6. beim Verkehrsausschuss des Bezirks Altona bekannt gegeben. Nach diesem Datum werden wir auf dieser Webseite die vorgeschlagenen Maßnahmen hier ergänzen. Wir arbeiten zusammen mit dem Arbeitskreis Ortskern Blankenese an einer ergänzenden, sachlichen Diskussion über das Thema in dem Stadtteil.

Was ist der Arbeitskreis Ortskern Blankenese?

Der Arbeitskreis Ortskern Blankenese ist ein im Bezirk Altona anerkanntes Gremium, in dem viele Organisationen aus Blankenese vertreten sind. Der Arbeitskreis ist offen für weitere Organisationen. Aktuell sind folgende vertreten: ADFC Blankenese, Blankenese Interessen-Gemeinschaft e. V., Blankenese Miteinander e. V., BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Altona, CDU Wahlkreis Altona West, FDP Blankenese, FGDP Fraktion Altona, Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Blankenese, Grüne Blankenese, Förderverein Historisches Blankenese e. V., Kirchengemeinde Blankenese, SPD Blankenese Iserbrook Nienstedten, Taxenanruf Blankenese e. V., Volt Fraktion Altona, Zukunftsforum Blankenese e.V.

Unsere Statement

Der Bürgerrat zum Thema Mobilität, der vom Bezirk Altona durchgeführt wurde, war ein partieller Erfolgt. In netter Atmosphäre im Elsa-Brandström-Haus haben circa 25 Bürger über die zukünftige Mobilität im Ortskern nachgedacht. Es wurde fleißig gearbeitet und trotz der kurzen Zeit Probleme erkannt und sinnvolle Lösungsmaßnahmen erarbeitet. Die Bürger haben gezeigt, dass sie sich mit dem Thema auskennen, und sie haben Kreativität und Energie eingesetzt, um tragbare Lösungen zu finden. Im Vordergrund stand das „Wir“ und der Wunsch, die Mobilität für alle im Stadtteil zu verbessern. Ein großes Lob an alle Teilnehmer!

Die Botschaft dieses Formats ist, dass die eigenen Erfahrungen als Bürger zählen, denn der Bürger ist Experte in vielen Themen, und Mobilität ist eines davon. Jeder Bürger bringt seinen sehr persönlichen Blickwinkel ein. Der Bezirksleiter freute sich über das Experiment und wünschte sich in seiner Rede, gefordert zu werden. Nun liegt es am Bezirk, die guten Ideen zu verfeinern und umzusetzen.

Das Format hat aus Sicht des Zukunftsforums nach Schwächen und Stärken, die bei einem Thema wie Mobilität besonders sichtbar werden. Es fehlt die Zeit und das Know-how, um in die Tiefe oder in die Breite zu gehen, aber man trifft mit Genauigkeit die Probleme und Erwartungen und rückt sie ins Licht. Der Bürgerrat allein wird nicht ausreichen, um ein vernünftiges Mobilitätskonzept für den gesamten Stadtteil zu entwickeln, aber er ist ein guter Anfang in die richtige Richtung.

Man könnte den Prozess in vielerlei Hinsicht kritisieren: Zu wenig Diskussionszeit, zu wenig Einbindung der Öffentlichkeit, zu wenig Input von Experten, zu wenig Tiefe in der Diskussion. Aber es erfordert Mut, zu experimentieren. Die Demokratie braucht mehr solcher Mittel, die es den Bürgern erlauben, ihre Blickwinkel auf lokale Themen direkt mit der Verwaltung zu teilen und gemeinsam mit der Verwaltung anzupacken.

Die Ergebnisse des Bürgerrats sind ein sehr guter Ausgangspunkt, um das Thema Mobilität anzugehen. Da das Thema Mobilität alle Menschen betrifft, ist die Einbindung der Öffentlichkeit wichtig. Trotz Enttäuschung über das Verfahren und Vorgehen werden wir in Zusammenarbeit mit der "Arbeitsgruppe Ortskern Blankenese" das Thema daher weiterentwickeln, in der Öffentlichkeit vorantreiben und das Gespräch mit dem Bezirk pflegen. Wir werden das Thema Mobilität weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten. Es liegt aber am Bezirk, die guten Ideen zu verfeinern und umzusetzen.

"Ursprüngliche Idee: Entwicklung des Mobilitätskonzeptes Blankenese"

Die Aufwertung des Blankeneser Marktplatzes, zusammen mit dem Neubau des Markthäuschens, ist erfreulicherweise abgeschlossen. Die Arbeit ist damit aber noch nicht zu Ende, denn darauf aufbauend soll nun ein Mobilitätskonzept für Blankenese erarbeitet werden. Bei der Entwicklung dieses Konzepts soll die Bevölkerung repräsentativ - mit Hilfe des losbasierten „Blankeneser Bürgerforums“ - eingebunden werden.

Geplant ist, mit Hilfe eines befristeten Bürgerrates ein Konzept mit mehreren Szenarien für die zukünftige Mobilität in Blankenese zu entwickeln. Die Herausforderung bei der Entwicklung eines solchen Mobilitätskonzeptes besteht darin, die Bedürfnisse der unterschiedlichen Bewohner- und Besuchergruppen zu klären. Welche Wege und Verkehrsmittel werden benötigt, welche Barrieren und Probleme gibt es und wie kann nachhaltige Mobilität gefördert werden? Und das völlig ergebnisoffen - ohne ideologische Vorgaben.

Was verstehen wir unter Mobilität?

Unter Mobilität verstehen wir hier die räumliche Mobilität. Dies ist umfassender als der 'Verkehr', der nur die Verkehrsströme auf den Wegen betrifft. Mobilität bezieht sich auf die Bewegung von Menschen, Gütern oder Fahrzeugen von einem Ort zum anderen, bei der die Erreichbarkeit der entsprechenden Ziele und Funktionen eine entscheidende Rolle spielen. Von daher wird es wichtig sein, die Bedürfnisse die Mobilität verursacht, zu identifizieren und daraus ein Konzept zu entwickeln.

Warum ein losbasiertes Blankeneser Bürgerforum?

Das Blankeneser Bürgerforum soll die Idee einer Demokratie fördern, und in der Diskussion und Beratung einen wichtigen Platz einnehmen. Die Stadtteile spielen dafür eine wortwörtlich fundamentale Rolle. Dort sind die Einwohnerinnen und Einwohner die Erfahrungsexperten und können durch die kurzen Wege vor Ort, ihre Zeit für diese ehrenamtliche Tätigkeit effektiv einsetzen. Die Teilnahme an dem Bürgerforum ist freiwillig.

Wie setzt sich das Blankeneser Bürgerforum zusammen?

Das Gremium setzt sich aus Bewohnerinnen und Bewohner von Blankenese und den umliegenden Stadtteilen zusammen. Aus Blankenese werden 2/3 der Mitglieder kommen und 1/3 aus den umliegenden Stadtteilen. Dieses 2:1 Verhältnis versucht der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Empfehlungen an erster Stelle Blankenese selbst, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Stadtteile betreffen, die in Blankenese arbeiten, einkaufen, Dienstleistungen in Anspruch nehmen, Freunde und Familie besuchen oder einfach gerne in Blankenese verweilen.