Fahrradwege der Zukunft

Ein Pilotprojekt Blankeneser Schulen und des Zukunftsforums

Akteure

Akteure in diesem Projekt sind die 9. und 10. Klassen der Stadtteilschulen Blankenese, des Gymnasiums Blankenese und die 8. Klasse des Marion Dönhoff Gymnasiums.

Die Bugenhagen Schule hat nicht so viele Fahrradfahrer. Ihre Schüler*innen entwickeln Vorschläge für die "Elterntaxi"-Problematik.

Das Zukunftsforum Blankenese unterstützt.

Wie ist dieses Projekt entstanden?

Das Zukunftsforum glaubt, dass das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel für kurze Wege ist.

Die bisher größte Nutzergruppe von Fahrrädern als Fortbewegungsmittel in Blankenese ist die der Schüler*innen. Sie sind daher die idealen Erfahrungsexpert*innen, um neue Erkenntnisse zur Optimierung von Fahrradwegen zu finden.

Unser Projekt bringt die Fähigkeiten und die Kraft der Schüler*innen zusammen mit den Möglichkeiten des Zukunftsforums.

Gemeinsam verbessern wir die lokale Infrastruktur für den Fahrradverkehr in Blankenese, insbesondere rund um die Schulen.

Erste Ergebnisse

Die Schüler haben mit der Unterstützung des Zukunftsforums nunmehr erste konkrete Empfehlungen und Lösungsansätze für die Verbesserung der Infrastruktur für den Fahrradverkehr entwickelt und diese auf den Kulturtagen der Stadtteilschule Blankenese präsentiert.

Die Ergebnisse werden auch als Input für die Umfrage des Bezirkes Altona benutzt. Diese Gelegenheit bot sich unerwartet parallel zum Projekt an.

Teilergebnisse von der Stadtteilschule

Jede Schule hatte eine großformatige Karte, die einen Radius von etwa vier Kilometern um die Schule abbildet. Auf dieser Karte zeichneten die Schüler*innen in einer "Fahrradverkehr-Mess-Woche" ihre meist gefahrenen Wege auf.

Die Profilklasse der Stadtteilschule Blankenese hat eine Aktion in ihrer Schule organisiert und die fahrradfahrenden Schüler*innen ermuntert, ihre häufig benutzten Strecken mit einem Fineliner einzuzeichnen. Jede Schüler*in hat dann einen roten Punkt gesetzt für die Stelle, die für sie am unangenehmsten ist, und - wenn sie wollten -  einen grünen Punkt für ihre Lieblingsstelle.

Das Foto zeigt ein Detail der Karte der Stadtteilschule. Die Häufung der roten Punkte zeigt, dass die Hasenhöhe dringenden Verbesserungsbedarf hat.

Ergebnis-Details vom Gymnasium

Hier ist die Karte vom Gymnasium Blankenese mit der Beschreibungen der Gefahrenstellen auf den roten Kärtchen. Die grüne Kärtchen beschreiben die gute Stellen.

Empfehlungen

Die Schüler*innen haben dann beschrieben und begründet, welche Strecken sie angenehm zum Fahren finden, welche Strecken sie als gefährlich bzw. unangenehm emfinden und was gemacht werden könnte, um sie zu verbessern.

Diese Empfehlungen und Lösungsansätze wurden zusammengefasst und nach drei Kriterien bewertet:

  • Kosten für die erforderliche Verbesserungsmaßnahme
  • Dringlichkeit
  • Durchsetzbarkeit im Stadtteil

Die beteiligten Schulen und Schüler*innen stimmten sich untereinander ab, um die Verbesserungsvorschläge zu diskutieren.

 

Hier sind die vier wichtigsten Empfehlungen der Stadtteilschule:

Weitere Schritte

Im Herbst 2022 werden für kleine, leicht umzusetzende Maßnahmen Anträge direkt bei der lokalen Verwaltung gestellt werden.

Für die mittelgroßen und großen Unterfangen werden Anträge je nach Zuständigkeit an die Bezirksversammlung bzw. Bürgerschaft gestellt werden.

So lernen die Schüler die Demokratie zu leben - in einem Bereich, in dem sie Erfahrungsexpert*innen sind.

 

Dieses Beispiel legt nahe: Unsere Demokratie sollte grundsätzlich ihre Wurzeln in der Bevölkerung haben und eine Aufbauende Demokratie sein. Damit bekommen die Menschen auch Respekt für das, was in den höheren Ebenen unseres Staatswesens geleistet werden muss.

Erfahrungen mit der SimRa app

Die Schüler*innen verwendeten im Rahmen des Projekts die Smartphone-app mit dem Namen SimRa, die von der TU Berlin entwickelt wurde. Diese App zeichnet nicht nur die Strecke als GPS-Track auf, sondern registriert auch plötzliche Ausweich- und Bremsmanöver.

Theoretisch ideal. Es zeigte sich aber, dass dies für die Schüler kein optimales Instrument war. Vor Fahranfang die app anzuschalten und hinterher wieder auszuschalten war zu sperrig. Es wurde viel zu wenig genutzt.

Ursprünglich wollten wir das ganze Projekt nur mit SimRa machen. Wir haben uns vor Projektbeginn bei unserem Partner ADFC erkundigt. Samina Mir, die Vorstandsvorsitzende des ADFC, hat uns dann gewarnt, dass solche Instrumente im Gebrauch sperrig sind, und sie hat uns empfohlen auch Karten zu nutzen. Wir sind dieser Empfehlung gefolgt und sind jetzt sehr dankbar dafür.